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    Veröffentlichter Artikel über PEG-Sonden am Lebensende

    Veröffentlichter Artikel über PEG-Sonden am Lebensende

    PEG- Sonden nicht am Lebensende einsetzen

    Immer wieder werde ich von Angehörigen meiner Patienten gefragt, ob es sinnvoll ist, bei Patienten mit fortgeschrittener Demenz, bei denen eine Nahrungsaufnahme über den Mund nur noch sehr erschwert oder gar nicht mehr möglich ist, eine Ernährungssonde über den Bauch in den Magen zu legen. Diese Ernährungssonde, medizinisch perkutane endoskopische Gastrostomie (PEG-Sonde) genannt, ist vor etwa 30 Jahren erfunden worden und war zu Beginn eine große Erleichterung für viele erkrankte Menschen.

    Ich erinnere mich selbst noch, wie schwierig und quälend es vor der Einführung dieser PEG- Sonde war, Patienten mit Krebs der Speiseröhre oder Patienten die aufgrund von Nervenerkrankungen nicht mehr schlucken konnten, zu ernähren. Für diese Patienten ist die PEG- Sonde sinnvoll. Leider wurde der Gebrauch der PEG- Sonden im Laufe der Jahre zunehmend ausgeweitet und auch bei Menschen mit fortgeschrittener Demenzerkrankung eingesetzt.

    Hierzu hat nun die Deutsche Gesellschaft für Geriatrie eine eindeutige Stellungnahme bezogen. Bei Patienten mit fortgeschrittener Demenz soll die Ernährung nicht durch eine PEG- Sonde erfolgen, denn das Legen einer PEG-Sonde beinhaltet das Risiko der Blutung und Infektion. Eine liegende PEG- Sonde ist verbunden mit Unruhezuständen und vermehrtem Einsatz von mechanischen Fixierungsmaßnahmen und medikamentöser Ruhigstellung, da sich die Demenzkranken oft gegen diese Sonde wehren. Durch die Ruhigstellung kommt es zur Entstehung und Verschlechterung von Druckgeschwüren. Die PEG- Sonde zeigt bei dementen Patienten am Lebensende keinerlei Vorteil hinsichtlich Sterblichkeit, Ernährungsstatus und Wohlbefinden.

    Ich bin froh über diese klare Aussage der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie, sie hilft uns Ärzten und den Angehörigen, sich in bestimmten Situationen gegen eine PEG- Sonde zu entscheiden.

    Veröffentlicht im Neumarkter Tagblatt, am 02.12.16. Autor: Dr. med. Klaus Kubitschek